ERC Red Dragons Regen

Furioses Finale sichert den „Drachen“ zwei Auswärtspunkte

colibri 25. Januar 2010 0

Nur noch vier Minuten verbleibende Spielzeit, Neuzugang Tom Kremhelmer kommt ins Straucheln und der EC Pfaffenhofen nutzt den dadurch entstandenen Freiraum zum vorentscheidenden 7:5. So müsste der Spielbericht der Red Dragons von der Auswärtspartie am Samstag eigentlich enden, wäre da nicht die unglaubliche Moral der Regener Eishockeytruppe gewesen. Innerhalb von 100 Sekunden setzen die Waldler noch vier Eier ins Pfaffenhofener Nest und drehen das Spiel zum 9:7(0:1,3:2,6:4) Sieg.

Mit einer, für Regen, kalten Dusche startete das Duell der Eishockey-Bezirksliga Ost zwischen Ice Hogs und Drachen, denn bereits mit ihrem ersten Torschuss netzten die Oberbayern ein und setzten die Drachen unter Zugzwang. Mit dem, nach seiner kürzlichen OP auch für ERC-Insider überraschend schnell zurückgekehrten Benjamin Franz an Bord, erholten sich die Regener aber recht schnell von diesem missglückten Start. Ausgenommen der letzten Minute vor der Drittelpause, in der sich Goalie Marcus Bauer noch auszeichnen konnte, war der erste Spielabschnitt ein Ansturm auf ein Tor – und zwar auf das der gastgebenden Oberbayern. Die vergebenen besten Torgelegenheiten sollten sich aber rächen: zweiter Spielabschnitt, erster Torschuss, 0:2 aus Regener Sicht. Die Hausherren kamen kurioserweise erst jetzt etwas besser ins Spiel, die Tore erzielten nun aber die Regener. Tommy Istel, Benjamin Franz und Jan Nemec mit einem Slalomlauf durch seine Gegner sorgten für einen 3:3 Zwischenstand zum zweiten Pausentee. Personell gehandicapt ging es in den Schlussabschnitt: Flo Adlhoch wurde vorzeitig zum Duschen geschickt und vier „Drachen“ durften gleichzeitig auf der Strafbank Platz nehmen. Auch Martin Berger und Tobi Himmelstoß durften nach dem Willen der „Herren in Schwarz“ das Spiel nicht bis zum Ende bestreiten – das verhängte Strafzeitenverhältnis von 26 Pfaffenhofener Minuten gegenüber 73 auf Seiten der Regener bedarf keines Kommentars über die gezeigte Schiedsrichterleistung. Jan Nemec und Tommy Istel (in 3:5 Unterzahl!) konnten zweimal die neuerlich Führung der Gastgeber ausgleichen. Angesichts der Tatsache ständig gegen einen numerischen Spielerüberhang auf Seiten der Oberbayern kämpfen zu müssen und nach den Ausschlüssen auch nur mehr zwei Verteidiger zur Verfügung zu haben war man mit dem zwischenzeitlichen 5:5 hochzufrieden und wollte zumindest diesen einen Punkt mit nach Hause nehmen. Doch kaum hatte man während einer Auszeit dieses Ziel besprochen klingelte es zweimal hinter Goalie Marcus Bauer und vier Minuten vor dem Ende schien damit der Deckel zugemacht. Überglücklich zeigte sich der mit vier Treffern erfolgreichste Regener Schütze des Abends Tommy Istel: „ Das ist nicht zu glauben, so ein Spiel erlebst du wirklich nicht so oft.“ Mit „den schieß ich“ schnappte sich der aufgrund seiner besten Saisonleistung vor Selbstbewusstein strotzende Stürmer den Puck zum verhängten Penalty (57.) und startete damit die furiose Aufholjagd. Der Jubel über den Ausgleich durch einen Schlagschuss von Tom Kremhelmer (58.) in die Pfaffenhofener Maschen war noch nicht verebbt: ganze neun Sekunden(!) später stand nämlich wieder die Regener Nummer 14 bereit – Tommy Istels nächster Streich. Und um das Ganze dann wirklich in trockene Tücher zu bringen setzte Neuzugang Kremhelmer mit dem 9:7 (59.) gleich noch eins drauf.

Nach zwei Auswärtssiegen wollen die Red Dragons diese Serie nun auch in der Franz-Zwiebel-Halle ausbauen. Am Sonntag um 18.00 Uhr erwartet man dabei die 1b-Mannschaft aus Germering. Mit den „Wanderers“ hat man noch eine Rechnung offen, bei der hohen 4:9 Auswärtsniederlage wurden die Regener von nur einem einzelnen Mann vorgeführt. Wenn es gelingt diesen in Schach zu halten sieht das Kräfteverhältnis der Teams gleich wieder ganz anders aus. Die ERC-Macher hoffen dieses mal gleich in doppelter Hinsicht auf zahlreiche Zuschauer. Zum einen brauchen die Red Dragons wieder ihren „zusätzlichen Mann“ und zum anderen planen die Verantwortlichen eine Aktion zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti.

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