Sonntagabend, vier Minuten vor dem Spielende des Bayerwaldderbys: Floooorian Tkocz krönt seine beständig guten Leistungen im Regener Trikot und sicherte mit seinem Hammer zum 3:3 den „Dragons“ den verdienten Punkt gegen Meister Waldkirchen. Bereits am Freitag war die Freisinger Bärenjagd mehr als erfolgreich: mit 10:5 machten es die Mannen von Trainer Emil Rankl in Oberbayern sogar gleich zweistellig.
Im offenen Freisinger Eisstadion sah es mit einem 0:2 nach nur sechs gespielten Minuten gar nicht gut aus für Regens Kufencracks. Nach diesem missratenen Start konnte man sich noch mit einem wichtigen 2:2 Unentschieden in die Pause retten. Danach gab es kein Halten mehr, die Drachen steigerten sich in einen Torrausch und mit sechs Treffern im Schlussabschnitt gelang ein nicht unbedingt erwarteter, dafür umso wichtigerer Auswärtssieg – und das mit 10:5 sogar noch sehr deutlich. Unter prickelnder Derby-Atmosphäre sahen 450 Zuschauer mit dem ESV Waldkirchen ein ganz anderes Kaliber in der Regener Eishalle. Kampfkraft gegen technische Brillanz könnte man den Vergleich der Dragons mit den Crocodiles umschreiben. Während beim Meister aus dem Unteren Wald fast jeder Pass „sitzt“ und jeder Puck auf der Schaufel „kleben“ bleibt überzeugten die Hausherren durch nimmermüden Kampfgeist. Der Schock über das frühe 0:1 (1.) durch Polens Ex-Nationalspieler Suchomski beim allerersten Angriff konnte schnell überwunden werden. Benny Franz, der sich später wieder an der Schulter verletzte und nun endgültig eine lange Pause einlegen muss, setzte nach sechs Minuten die erste gefährliche Duftmarke für Regen. Aufgrund einer angezeigten Strafe für die Gäste verließ Marcus Bauer zugunsten eines sechsten Feldspielers sein Gehäuse, im folgenden Getümmel vor dem Waldkirchener Kasten profitierte dann Markus Weinzierl mit seinem Ausgleichstreffer (16.). Dominik Persch kurz vor dem Drittelende und Franz gleich bei Wiederbeginn hatten die ERC-Führung auf dem Schläger. Eigene Strafen wiegen gegen technisch so schwer beschlagene Gegenspieler aber doppelt schwer. Souverän und völlig ruhig nutzten diese ihre numerische Überzahl zur erneuten Führung (26.). Vor eigenem Publikum besonders einsatzfreudig und motiviert ließ die Antwort glücklicherweise nicht lange auf sich warten. Helmut Kößl wechselte kurz in die Sportart Fußball – sein Fußzuspiel landete letztendlich bei Benjamin Bugla – der die hüpfende Scheibe irgendwie zum 2:2 (29.) am guten Gästegoalie vorbeilenkte. Nach dem Spiel gestand Bugla über den kuriosen Treffer selbst: „ Ich dachte in ersten Moment gar nicht dass der wirklich drin war“. Die erste Hälfte des Schlussabschnitts ging anschließend deutlich an Waldkirchen. Die dritte Führung des Spiels durch Jan Schinköthe (46.) war absehbar und hätte in diesem Zeitraum durchaus noch deutlicher werden können. Die einzige Regener Überzahlsituation im letzten Drittel dieses sportlich sehr fairen Derbys nutzte dann Flo Tkocz mit dem eingangs erwähnten „Ausgleichshammer“ (56.). Eine Minute vor dem Ende hielt Torwart Marcus Bauer gegen ESV-Stürmer Markus Simbeck den gewonnenen Punkt im Liegen noch endgültig fest. Während sich die Regens Eishackler nach dem Spiel von ihren Fans für die drei Punkte am Wochenende feiern ließen haderte Gästetrainer Zessack stark mit der, laut ihm, körperlosen Spielweise seiner Crocodiles. Mit 8:10 Punkten rückt der ERC Regen auf Platz acht der Tabelle, zu den Abstiegsrängen (momentan Pegnitz 3:13 und Gebensbach 2:22) hat man sich ein beruhigendes Polster geschaffen. Nach drei Siegen und einem Unentschieden in Folge wartet am Samstag bereits das nächste Derby auf die Red Dragons. Ab 16.30 Uhr ist man in Vilshofen zu Gast welche vor kurzem Waldkirchen mit einem 3:1 die Zähne gar gänzlich ziehen konnten.









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